ASLI SUNGU





Asli Sungu, Faulty, 2008, Video





Asli Sungu, Sticky, 2008, ca. 300 Farbschichten Acryl-Wandfarbe, 120 x 120 x 1 cm
Installationsansicht Deutsche Guggenheim, Berlin





Asli Sungu, Sticky, 2008




Asli Sungu, Ganz die Mutter, Ganz der Vater, 2006, Video




Asli Sungu, Berlin, 2006, Fotografie auf Leinwand, 40 x 60 cm





Asli Sung, Vermisst, 2005, Videoprojektion





Asli Sungu, As If, 2003, Styropor





Asli Sungu, As If, 2003, Detail




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Die Berliner Künstlerin Asli Sungu arbeitet in den Medien Video, Installation und Foto.

In ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie Lena Brüning wird Sungu mehrere neue Arbeiten zeigen.

In einer kleinen Vitrine wird die Arbeit „Wiederkehren“ gezeigt. Bei den Blättern, die zunächst wie echtes Laub verschiedener Bäume erscheinen, handelt es sich um Abgüsse, die aus reiner Farbe bestehen. Die verwendeten pflanzlichen Pigmente wurden aus genau diesen Blättern gewonnen. Sungu hat sie mit einem natürlichen Bindemittel vermischt und dann wieder in die entsprechende Blattform gegossen. Hier wird die Farbe von ihrem Dasein auf der Leinwand als Hilfsmittel zur Darstellung befreit und darf selber Form werden, dreidimensional werden und auf direktestem Wege den abgebildeten Gegenstand repräsentieren.

„Blind Date“ ist eine Serie von kleinformatigen C-Prints, für die Sungu in einem Berliner Designladen die Zettel gesammelt hat, auf denen die Kunden Buntstifte und Kugelschreiber ausprobieren. Diese zufällig und unbeabsichtigt entstandenen Zeichnungen spiegeln oft das Unterbewusste des Zeichners und waren nie dafür vorgesehen, im Kunstkontext gezeigt zu werden. Durch den Prozess des Abfotografierens werden diese mehr oder weniger zufällig entstandenen Zeichungen in ein anderes Medium übersetzt und noch weiter ihrem Ursprung entfremdet. Somit entsteht auch die Frage nach dem Urheber oder der Position des Künstlers.

Sungus Arbeiten setzen sich oft mit dem Prozess des Versagens auseinander oder der Nicht-Erfüllens bestimmter Ansprüche, die von der Umwelt oder der Gesellschaft an den Einzelnen gestellt werden. So auch in ihrer Serie „Home Accidents“. Hier wurden Spuren des Versagens oder gar durch unprofessionelle Handhabung verursachte Schäden im Haushalt wie angebrannte Tischplatten, vergessene Spaghettireste im Topf oder zerkratzte Holzbrettchen in Originalgröße und Form abfotografiert und auf das Ursprungsobjekt gedruckt.

In ihrem Video „Like One“ beschäftigt sich Asli Sungu ebenfalls mit den Tücken des Alltags. Man sieht zwei Hände, die profane Aufgaben wie Gemüse schneiden oder Spülen erledigen. Doch es scheint ein Problem zu geben, die scheinbar einfachen Bewegungsabläufe zu koordinieren. Schaut man näher hin, erkennt man, dass es die Hände zweier verschiedener Personen (Asli Sungus und anderer Menschen, zu denen sie einen engen Bezug hat) sind. Ähnlich wie in ihrem Video „Faulty“ hinterfragt Asli Sungu hier die Ansprüche der Gesellschaft an den Einzelnen und zelebriert den Moment des Nicht-Perfekt-Seins, des Fehlerhaften, ohne dabei den Humor zu verlieren.

In Verbindung mit dem Video „Like One“ wird Asli Sungu im Büro der Galerie zwei Fotos zeigen, die in Istanbul aufgenommen wurden.

Asli Sungu hat bereits international ausgestellt, zum Beispiel im Rahmen der Instanbul Biennale 2007, in der Schweiz und in Seoul, Korea und erhielt im Jahr 2008 den renommierten Förderpreis der Villa Romana. 2010 wird sie einen Studienaufenthalt in London verbringen und an der Ausstellung „Reise ohne Rückkehr“ teilnehmen, gefördert durch die Delfina Foundation.




BIOGRAPHIE

1975 geboren in Istanbul, Türkei 2005 Meisterschülerin von Prof. Möbus, Udk Berlin 2000 Studium an der Udk Berlin 1999 Mimar Sinan Universität der Künste, Istanbul, Türkei EINZELAUSSTELLUNGEN 2010 _Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden 2009 _Galerie Lena Brüning, Berlin 2008 _Noise and Silence, Khyber Institute, Halifax, Kanada 2006 _Goethe Institut Ankara, Türkei GRUPPENAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL) 2010 _Journeys with No Return, A Foundation, London _She Devil 4, Studio Stefania Miscetti, Rom _Ich weiss was Du nicht siehst, Kunstraum Kreuzberg, Berlin _This Story is not ready for its footnotes, Ex Elettrofonica, Rom 2009 _Karl Valentin, Komik und Kunst seit Fluxus, Münchner Stadtmuseum, München _Nautilus, Städtische Galerie Nordhorn, Nordhorn _5 x Video, Screening, Galerie Lena Brüning, Berlin _Move On Asia 2009, Loop Alternative Space, Seoul, Korea _End Game, Loop Alternative Space, Seoul, Korea 2008 _Authority, Kunstverein Arnsberg, Arnsberg _Moment of Agency, Screening, Kunstmuseum Bern, Kunsthalle Basel, Schweiz _Here...There...Abroad, Rum46, Arthus, Dänemark _Becoming Istanbul, DAM, Frankfurt _Freisteller, Villa Romana Stipendiaten, Deutsche Guggenheim, Berlin _Erwartung, Wartesaal, Zürich, Schweiz _Stockfinster ist es draußen, Galerie Lena Brüning, Berlin 2007 _Drei Abende Türkischer Videokunst, IFA Galerie Berlin und Stuttgart _Junger Westen, Kunsthalle Recklinghausen, Recklinghausen _Frac Franche Comté "Les Inattendus", Musée départemental d`arts et tradition popularizes, Champlitte, Frankreich _Nightcomers, 10. Istanbul Biennale, Istanbul, Türkei _Air pocket, Galerist, Istanbul _Förderkohle, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin 2006 _Monat der Fotografie, Haus am Kleistpark, Berlin _Arabesque Süperiör, Lothringer Str.13, München _Jump Cut-Nights, Screening, Museum Ludwig, Köln _Exploding Television - Sex and Sadness, Witte de Witt, Rotterdam, Niederlande 2005 _Fokus Istanbul, Martin Gropius Bau, Berlin _Stadtkunst Bonn, Bonn _Videonale 10, Kunstmuseum Bonn, Bonn 2004 _ Wunder der Prärie, Internationales Festival, Mannheim _Berlin.Istanbul.Vice Versa, Künstlerhaus Bethanien, Berlin _Video Programme, Raumpool Showroom, Frankfurt _Brothers and Sisters and Birds, Badischer Kunstverein, Karlsruhe 2003 _Changing Channels, London Biennale Pollinations, Backfabrik, Berlin 2002 _Under the Pavement: The Beach, Proje 4L, Istanbul Museum für zeitgenössiche Kunst, Istanbul, Türkei _Aurora Berlinalis 2002, Staatliche Münze, Berlin 2001 _Aurora Berlinalis, Galerie 21:26, Oslo, Norwegen PREISE UND STIPENDIEN 2010 _Delfina Foundation, London _Follow Fluxus, Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden 2008 _Villa Romana, Florenz 2007 _Junger Westen Recklinghausen (Shortlist) _Blau Orange Kunstpreis (Shortlist mit Claus Richter) _Berliner Senat Arbeitsstipendium 2005 _Goethe Institut Residency Stipendium in Beirut, Libanon SAMMLUNGEN Frac Franche-Comté BIBLIOGRAPHIE (AUSWAHL) _2008 "Von Tausend", von Melanie Franke, in: V Magazine. 2005 _"Atmende Wände", von Gustav Falke, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung. _"Orient vor der Haustür", von Ulrich Clewing, in: Der Tagesspiegel. _"Videonale 10", von Andreas Denk in: Kunstforum, Ausgabe Juni/August.